Das Wesen des Kindes hat eine Fülle an wunderbaren Eigenheiten, die es von Geburt an in unsere Welt mitbringt:

Neugier, Lebensfreude, Offenheit, Unschuld, Spontaneität, Staunen, Selbstvergessenheit, Reinheit,   Unmittelbarkeit, Glücksempfinden, Lebensbejahung, Liebesfähigkeit, Dankbarkeit, Interesse, Wissbegier, Fragemut, ohne Kritiksucht, Toleranz, Gefühl der Geborgenheit,  Einssein von Körper, Geist und Seele, Freiheit, offene Sinne, Vertrauensseligkeit, Aufrichtigkeit und viele weitere Eigenschaften mehr.

Diese Wesensmerkmale gilt es zu erkennen, zuzulassen und zu fördern. In unserer Gesellschaft geht es vornehmlich darum, unsere Kinder zum wirtschaftlichen Nutzen, zu technologischen Intelligenzen heranzubilden.

Werden Kinder  nicht von verführerischen Medien und von ablenkenden und verbiegenden Vorbildern aus der Erwachsenenwelt irritiert und vom gesunden Weg ihrer den eigenen Anlagen gemäßen Entwicklung abgelenkt, dann dürfen sie zu unser aller Wohl individuell seelisch und geistig gesund heranwachsen. Sie  werden so zu Mitgliedern einer Gesellschaft, die verlorengegangene Werte wieder erkennt, achtet und lebt.

Es ist für mich eine nicht nachvollziehbare Erscheinung und es schmerzt, zu erfahren, daß in unserer Zeit sogar Anwälte bemüht werden, um die Geräusche und die notwendige stimmliche Begleitung spielender Kinder per Gerichtsbeschluß zu untersagen. In welcher Welt leben wir, daß wir diese Dinge, die zur gesunden menschlichen Entwicklung eines Kindes  gehören, nicht mehr als naturgegeben hinnehmen können? Wir alle wissen, daß ein Kind sich nicht nur bewegen sondern auch stimmlich und sprachlich entfalten muß, um an Körper, Geist und Seele wachsen zu dürfen.

Es ist selbstverständliche Voraussetzung, daß dazu liebevolle, interessierte, um die Seelenlage eines Heranwachsenden wissende Vorbilder/Eltern/Erzieher gehören, die einen Heranwachsenden mit aller geistigen Freiheit zu einem gesellschaftsfähigen Menschen erziehen. Und Erziehen heißt auch Grenzen setzen!

Kinder lernen im Umgang mit Erwachsenen!

In unseren Schulen werden seit vielen Jahren zumeist verstärkt wissenschaftlich-technologische Informationen weitergegeben und dies vornehmlich aus rein wirtschaftlichen Gründen. Würden Schüler z. B. verstärkt in Musik unterrichtet werden, so bekämen sie über diesen Weg ein Seelenfutter von unschätzbarem Wert. Auch die Begegnung mit der Poesie und z. B. der reichen Auswahl an Märchen mit ihrer symbolischen Bildersprache ist für die Kinderseele bekömmlicher und verständlicher als die harte, rationale Sprache der Medien.  Märchen machen uns und den Kindern deutlich, dass menschliche Probleme auch  immer wieder eine Lösung haben und so Mut zur Zukunft = zum Leben bieten.

Der Körper ist der Übersetzer der Seele

ins Sichtbare.

(Christian Morgenstern)